Prüfantrag - Dorfladen 2.0 die moderne Tante Emma

Verbesserung der Einkaufssituation in Heidenrod

Errichten einer Einkaufsbox (Dorfladen 2.0) in Kooperation mit einer Lebensmittelkette

Ausgangssituation & Idee:

Die Möglichkeiten für einen Lebensmittel-Einkauf sind in den einzelnen Ortsteilen Heidenrods sehr unterschiedlich ausgeprägt. In Kemel stellt aktuell ein Rewe-Markt und zukünftig auch noch ein
Netto-Markt die Versorgung der Einwohner sicher. Dickschied, Zorn, Springen, Watzelhain und Laufenselden verfügen über einen sog. Dorfautomaten, der in kleinstem Rahmen ebenfalls eine Grundversorgung an Lebensmitteln bietet. In Nauroth übernimmt dies der „Naurother Treffpunkt“.
In allen anderen Ortsteilen Heidenrods haben die Einwohner keinerlei Möglichkeit, Lebensmittel oder Artikel des täglichen Bedarfs direkt vor Ort zu erwerben. Gerade für weniger mobile Mitbürger, zu denen auch viele ältere Menschen zählen, stellt dies eine Einschränkung und Verminderung ihrer Lebensqualität dar. Wir Freien Wähler möchten diese Situation der Unterversorgung gerne verbessern.
Überdies wird die Attraktivität eines Ortes immer auch an den Einkaufsmöglichkeiten gemessen –
und das nicht nur von unseren weniger mobilen und/oder älteren Mitbürgern.
Auch mobile Bürger schätzen es, bspw. für die Versorgung mit frischen Produkten kein Auto zu benötigen.

Was ist ein Dorfladen 2.0?
Zur Verbesserung der teilweisen Unterversorgung in Heidenrod bietet sich beispielsweise
und unter anderem ein Dorfladen 2.0 an.

Hinter der Bezeichnung Dorfladen 2.0 verbirgt sich ein Container-Laden, ein sogenannter „Walk-In-Store“.
Diese Läden kommen ohne Verkaufspersonal aus, sind 24/7 geöffnet (sofern das Ladenschlussgesetz
dem nicht entgegensteht) und vollständig videoüberwacht. Ein Kunde identifiziert sich beim Betreten des Stores mit seiner EC- oder Kreditkarte. Der Kunde wählt und entnimmt Artikel aus den Regalen, scannt die ausgewählten Artikel an der Kasse selbst und bezahlt seinen Einkauf sodann mit seiner ec-Karte.
Die REWE Group testet eine solche Versorgungsmöglichkeit im Rahmen ihres „Nahkauf-Formats“ in Form eines „Walk-in-Store“ als Pilotprojekt in einer 2.000 Einwohner-Gemeinde in Oberfranken. Bestückt wird der „Nahkauf-Walk-in-store“ dort von einem Händler, der im Nachbarort einen Nahkauf-Bestandsmarkt betreibt - quasi als dessen Satellit-shop. Das Sortiment des „Walk-in-Stores“ enthält alles, was man fürs tägliche Leben braucht, daneben sind auch Waren von lokalen und regionalen Anbietern gelistet.

Antrag zur Prüfung:

Die Gemeindeverwaltung möchte grundsätzlich und umfassend prüfen, inwiefern die Vor-Ort-Versorgung der Heidenroder Bürger mit Lebensmitteln und Artikeln des täglichen Bedarfs in den Ortsteilen verbessert werden kann.
Insbesondere soll dabei - als eine Möglichkeit - die Errichtung eines
„Walk-in-stores“ in Heidenrod in Kooperation mit einer Lebensmittelkette geprüft werden.

Die Prüfung sollte folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Umfrage bei den Bürgern, wie sie ihre aktuelle Einkaufssituation einschätzen, also hinsichtlich
    des generellen Interesses an einem Dorfladen und was genau sich die Leute von einem Dorfladen wünschen - bevorzugt Lebensmittel und Artikel des täglichen Bedarfs, regionale Produkte etc.
    Oder auch zusätzliche Angebote, wie Post- oder Reinigungsdienstleitungen, Toto-Lotto, Cafe etc.
  • Umfrage bei den Bürgern, wie sie technischen Innovationen gegenüberstehen bzw. inwieweit sie bereit sind, die Möglichkeiten, die die Digitalisierung bietet, selbst zu nutzen.
  • Umfrage bei den Bürgern nach deren eigenen Ideen, die Versorgung in „ihrem Ortsteil“ zu verbessern
  • Umfrage bei den Bürgern nach deren Erfahrung mit / Bewertung der bereits vorhandenen Dorfautomaten (nur in Orten, in denen ein Dorfautomat installiert ist)
  • Umfrage bei den Bürgern, ob ein Dorfautomat in ihrem Ortsteil gewünscht ist
    (nur in Orten, in denen kein Dorfautomat installiert ist)
  • Für die Bürgerabfragen sollten auch die jeweiligen Ortsbeiräte mit einbezogen werden
  • Abfrage beim Betreiber der bestehenden Dorfautomaten hinsichtlich Resonanz und wirtschaftlichem Erfolg der Automaten sowie Interesse am Aufstellen weiterer Automaten
    in anderen Ortsteilen
  • Kontaktaufnahme zur REWE Group / NAHKAUF
    und Abfrage, inwiefern Heidenrod Kriterien für ein unterversorgtes Siedlungsgebiet erfüllt,
    das sich als Standort für einen Walk-in-store im Rahmen des „Nahkauf-Formats“ eignet.
  • Kontaktaufnahme zu weiteren Lebensmittel-Ketten in Bezug auf Errichtung eines automatisierten Container-Dorfladens.

Hier ein Beispiel aus Pettstadt (Gemeinde aus Bayern):

https://www.rewe-group.com/de/presse-und-medien/newsroom/stories/konzept-test-zur-nahversorgung-nahkauf-eroeffnet-ersten-walk-in-store/